manfred podzkiewitz
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Ostpreußen  (Einleitende Information)


Ostpreußen liegt (oder vielmehr lag) an der Ostsee, zwischen den Flüßen Weichsel und Memel und war als preußische Provinz bis 1945 der östlichste Landesteil Deutschlands. Als Folge des für Deutschland verlorenen Krieges wurde Ostpreußen annektiert und seine Bevölkerung fast vollständig vertrieben. Der südliche Landesteil ist als Woiwodschaft Ermland-Masuren heute ein Teil des polnischen Staates, das Gebiet um die ehemalige Hauptstadt Königsberg als Oblast Kaliningrad ein Teil der Russischen Förderation und ein schmaler Streifen nördlich des Memel-Flußes (das ehemalige Memelland) gehört zu Litauen.



Die Lage Ostpreußens anhand heutiger Staatsgrenzen


Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte


Ostpreußen weist eine lange Geschichte auf. Zunächst lebten dort preußische Stämme, deren Stammesgebiet in etwa auch die Ausdehnung des späteren Ostpreußen umfasste. Bis zum Beginn der Missions- und Eroberungstätigkeit des Deutschen Ordens war über die bis dahin schriftlosen Preußen, die zu den baltischen Völkern gehörten, wenig bekannt. Was wir heute von Ihnen wissen, verdanken wir den Aufzeichnungen der Ordensritter und der modernen Archäologie.

Nachdem der Deutsche Orden im 13. Jahrhundert mit dem zunächst von Marienburg, später aus Königsberg regierten Deutschordensstaat ein eigenes Staatswesen errichtete, kamen nachfolgend deutschsprachige Siedler sowie polnisch sprechende Masowier ins Land. Letztere siedelten vornehmlich in den an Polen grenzenden südlichen Landesteilen, einem Gebiet welches heute als Masuren bekannt ist. Es entstand ein für die damalige Zeit äußerst modernes Staatswesen. Da die Schrift- und Verwaltungssprache des Ordens Deutsch war, verlor die altpreußische Sprache rasch an Bedeutung.


Der Deutschordensstaat 1402

Hochmeister Herman von Salza

Aus dem Ordensstaat wurde im Zuge der Reformation im Jahre 1525 das weltliche Herzogtum Preußen.  Im Zuge einer dynastischen Verschiebung kam  Preußen zu Brandenburg. Da es im Gegensatz zum Land Brandenburg außerhalb des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation lag, nutzte Kurfürst Friedrich der III. diesen Umstand und ließ sich 1701 in Königsberg zum König in Preußen krönen. Nun war Preußen Königreich. Da der Name nun auf alle brandenburgischen Besitzungen überging, entschied man dem Gebiet den Namen Ostpreußen zu geben.

Wie alle anderen Landesteile des Königreichs Preußen kam auch Ostpreußen im Zuge der bismarckschen Reichsgründung 1871 zum Deutschen Reich. Nach dem 1. Weltkrieg sollte Ostpreußen geteilt werden, da Polen Anspruch auf den Süden des Landes erhob. In einer international überwachten Volksabstimmung votierten 1920 über 97% der Bevölkerung für den Verbleib bei Ostpreußen und gegen den Anschluß an Polen.

Doch bereits 25 Jahre später endete die ostpreußische Geschichte. Mit der Eroberung und Annektierung Ostpreußens 1945, der fast vollständigen Vertreibung seiner Bevölkerung und der Auflösung Preußens durch Erlaß der Siegermächte des II. Weltkrieges war Preußen nunmehr Geschichte.

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