Ahnenforschung Wuschke

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In Bezug auf meine eigene Familien- und Ahnenforschung, widme ich mich vorrangig den Nachnamen Wuschke und Podzkiewitz. Auf dieser Seite wird es um den Wuschke-Teil der Familie gehen.

Der Wuschke-Teil kam mit der Heirat von Olga Wuschke mit meinem Großvater Heinrich Albert Podzkiewitz am 12.12.1925 in der Gemeinde Pissanitzen (Ebenfelde) hinzu. Olga Wuschke wurde am 6.10.1906 in der kleinen Gemeinde Sepno bei Tomaschow (Tomaszow Mazowiecki) geboren. Zuständiger Kirchort war die evangelisch-lutherische Gemeinde in Tomaschow. Die gesamte Region gehörte damals als Russisch-Polen zu Russland, heute zum polnischen Staat, war aber Ende des 18. Jahrhunderts für einige Jahre ein Teil Preußens.


Es steht noch heute, das Wohnhaus der Wuschkes in Sepno (1)

Mit dem Aufkommen des polnischen Nationalismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde es für die dort lebenden Deutschen immer schwieriger, so daß viele auswanderten. Ganze Dörfer wanderten ab, z.T. nach Wolhynien und in das innere Russland. Zusammen mit den Aufständen im Zuge der russischen Revolutionsbewegung , verschlechterte sich ab 1905 die Situation zwischen den polnischen, deutschen und jüdischen Volksgruppen und dem Staat erneut.

Auch Olgas Vater Michael Wuschke und ihre Mutter Natalie, eine geborene Garn, entschlossen sich von dort fortzugehen. Ihre Wahl fiel auf das Kurland, welches heute zu Lettland gehört, damals aber ebenfalls in russischem Besitz war, und in das man als russischer Staatsbürger problemlos einreisen konnte. In einigen Städten des Kurlands lebten zahlreiche Baltendeutsche, die deutsch-baltische Kultur war anerkannt und geachtet, so daß man hoffte, dort besser leben zu können. Ihre Wahl fiel auf die Stadt Windau (heute Ventspils). In Windau wurde dann 1914 Olgas Bruder Hermann Wuschke geboren.

Doch machte der Ende 1914 beginnende 1. Weltkrieg unseren Wuschkes einen Strich durch die Rechnung. Deutschland und Russland waren plötzlich Kriegsgegner und am Ende des Krieges entstand der lettische Nationalstaat. So fiel wohl der Entschluß ins nahgelegene deutsche Ostpreußen zu gehen. Warum auch immer, die Wahl fiel auf den Kreis Lyck, wo man sich in Pissanitzen (Ebenfelde) niederließ.


Die Einbürgerungsurkunde von Natalie Wuschke (1)

Im Jahre 1928 erhielt Natalie Wuschke, ihr Mann Michael war bereits 1914 im Kurland verstorben, zusammen mit ihren minderjährigen Kindern Emilie und Hermann die preußische und damit die deutsche Staatsbürgerschaft. Olga heiratete bereits 1925 in Pissanitzen den Ziegler Heinrich Albert Podzkiewitz, Hermann war später verehelicht mit Anna Helene Bachaizik. Emilie wiederum war verheiratet mit Albert Merling. Doch die Zeit unserer Wuschkes in Ostpreußen war ebenfalls wieder kurz, denn bereits 17 Jahre später folgte die nächste Vertreibung, die Flucht aus Ostpreußen am Ende des zweiten Weltkrieges. Olga, Emilie und Anna Helene Wuschke landeten 1945 nach einer langen Odyssee im hessischen Alsfeld. Hermann überlebte den Krieg nicht, er fiel 1943 in Russland.

Anmerkung: Da mir auf Internetplattformen immer wieder falsche Wuschke-Stammbäume begegnet sind, die entsprechenden Urheber aber auf Hinweise dazu nie reagieren, sei folgender Hinweis gestattet: Olgas, Emilies und Hermanns Wuschkes Eltern waren Natalie Wuschke (geb. Garn) und Michael Wuschke. Natalies Eltern wiederum Gottlieb Garn und seine Frau Emilie, geborene Buchholz. Michaels Eltern hießen Christian Wuschke und Wilhelmine, eine geborene Zelmer.


Das Geburts- und Taufzeugnis von Olga Wuschke (1)


Sollten Sie Hinweise auf Personen dieses Namens haben oder selbst den gleichen Nachnamen führen, würde ich mich freuen, wenn Sie mir schreiben an: manfred@podzkiewitz.net


Bildnachweis:
(1) Jürgen Podzkiewitz

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