Das Dorf Makoscheyen (mit Einwohnerliste)

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Makoscheyen am Großen Sellmentsee (1914) (2)

Makoscheyen (1938-45 Ehrenwalde, seit 1946 Makosieje) ist ein Dorf im Kreis Lyck (heute: Powiat Elki), im ehemaligen Ostpreußen. Es gehört heute zur Gemeinde Kalinowo (bis 1938 Kallinowen, 1938-45 Dreimühlen).
Der Ort selbst liegt malerisch gelegen am südlichen Ende des Großen Sellmentsees. Direkt am Ortsrand vorbei fließt hier gemächlich der Malkienfluß in den Sellmentsee.


Dorfstraße in Makoscheyen (1)

Der Malkienfluß am Ortsrand (1)

Gegründet wurde Makoscheyen im Jahre 1483. Nördlich des Ortes gab es bis 1945 mehrere Ziegeleien, welche heute nicht mehr in Betrieb sind. Bei der Volksabstimmung 1920 wurden 100% der Stimmen für Ostpreußen abgegeben, kein einziger Bewohner votierte für den Anschluß an Polen. Die Gemeinde hatte 1933 noch 234 Einwohner, 1939 waren es nur noch 195. Die bis 1945 überwiegend evangelische Gemeinde war in das Kirchspiel Pissanitzen (1938-45 Ebenfelde) eingepfarrt. Aus diesem Kirchspiel sind folgende Kirchenbücher erhalten: Trauungen 1915-21 und Konfirmationen 1904-41 im evangelischen Zentralarchiv Berlin sowie Taufen von 1832-74, Trauungen 1832-74 und Bestattungen von 1832-65 im Sächsischen Zentralarchiv Leipzig. Das zuständige Standesamt war ebenfalls in Pissanitzen ansässig. Unterlagen aus der Zeit vor 1945 sind nicht mehr vorhanden. Seit Anfang 1945 steht Makoscheyen unter polnischer Verwaltung und trägt den Namen Makosieje.


Am Südufer des Sellmentsees (1)

Südlicher Ortseingang (1)

In Makoscheyen gab es einst das Gasthaus Feuersenger, welches in den 1930er Jahren von Paul und Martha Feuersenger betrieben wurde. Sie hatten zudem eine Landwirtschaft. Nach dem 1. Weltkrieg enstand ein Ehrenfriedhof (Soldatenfriedhof), der noch heute existiert (Die Namen der dort liegenden Soldaten, nebst Fotos des Friedhofes, auf der Seite von geneanet). Makoscheyen war auch Geburts- und Wohnort mehrerer Podzkiewitz, die dort als Ziegler in den umliegenden Ziegeleien tätig waren.


Arbeitszeugnis Ziegelei Makoscheyen (1934) (1)


Bewohner des Ortes vor 1945


Babio, Auguste, Bäuerin
Babio, Martha
Babio, Fritz
Babio, Kurt
Babio, Friedrich (1922)
Borawsky, Johann, Bauer u. Ziegeleibesitzer
Bramemann, Wilhelm, Bauer
Buczylowski, Paul, Bauer
Buczylowski, Johann, Grundbesitzer (1922)
Buczylowski, Karl, Wirt (1922)
Burdusha, Otto, Arbeiter
Czychon, Adam, Landwirt
Ehmke, Gottlieb, Bauer
Feuersenger, Paul, Bauer und Gastwirt
Feuersenger, Kurt
Feuersenger, Ernst
Feuersenger, Hermann, Besitzer (1922)
Gabra, Johann, Arbeiter
Gerden, Johann, Bauer
Gerden, Gustav
Gerden, Paul
Gerdey, Ludwig, Wirt (1922)
Golembek, Johann, Kätner (1922)
Hermann, Zimmerer
Gerlach, Adolf, Zieglermeister
Heymann Friedrich, Rentner
Heymann, Gertrud, Arbeiterin
Joswig, Johann, Bauer
Joswig, Walter
Joswig, Otto
Joswig, Karl, Bauer und Ortsvorsteher
Joswig, Bernhard, Grundbesitzer (1922)
Kaminski, Heinrich, Arbeiter
Kieragga, Gustav, Schlosser
Kudritzki, Mathes, Arbeiter
Ladda, Gottlieb, Schneider 
Ladda, Karl, Arbeiter
Ladda, August, Arbeiter
Ladda, Gustav
Ladda, Ludwig, Kätner (1922)
Lojewski, Karl, Schuhmacher
Lojewski, August, Bauer
Lojewski, Ludwig, Wirt (1922)
Luppa, Adolf, Bauer
Makossa, August
Malenka, Carl
Masuch, August, Arbeiter
Nachtigall, Gottlieb, Ziegeleibesitzer (1922)
Nowosadtko, Walter
Nowosadtko, Adolf, Bauer
Olschewski, August, Maurer
Pentzel, Fritz, Arbeiter
Piontek, Johann, Rentner
Piontek, Mathes, Arbeiter
Podzkiewitz, Heinrich, Ziegler (1930)
Podzkiewitz, Wilhelm, Rentner
Podzkiewitz, Wilhelm, Ziegler
Randzio, Otto, Bauer
Randzio, Johann, Grundbesitzer (1922)
Ranta, Frieda, Wirtin (1922)
Sagiotowski, Fritz, Arbeiter
Salewski, Johann, Bauer
Schemenewitz, Otto, Arbeiter
Sobiech, August, Besitzer (1922)
Stanko, August
Suppa, Adolf (1922)
Walendzik, Leopold, Bauer
Wallasch, Otto, Zimmerer
Waschkewitz, Johann, Bauer
Waschkewitz, Gustav
Waschkewitz, Martin, Besitzer (1922)
Wäldchen, Kurt, Arbeiter
Wysotzki, Michael, Landwirt
Zacharias, Adam, Maurer
Zacharias, Gustav, Arbeiter
Zittlau, Emil, Landwirt

Quelle: Einwohneradressbuch des Kreises Lyck, Ausgaben 1922, 1938
mit freundlicher Genehmigung der Kreisgemeinschaft Lyck e.V.


Bildnachweise:
(1) Manfred Podzkiewitz
(2) Karte des Deutschen Reiches 1914, Staatsarchiv Przemysl, gemeinfrei


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