Ahnenforschung Podzkiewitz

Sie sind hier: > Ostpreußen > Ahnenforschung Podzkiewitz

Der Name Podzkiewitz ist recht selten. Die bis heute bekannte Schreibweise taucht - bisher belegt - erstmals im Jahre 1766 in Königsberg in Preußen auf. Der Name selbst ist jedoch älter, scheint altpreußischer Herkunft zu sein und bezeichnet vermutlich den Sohn eines Töpfers oder Ziegelbrenners. Diese Seite soll nur eine kurze Übersicht darstellen und enthält nicht alle Forschungsergebnisse.


Das bisher älteste Dokument mit dem Namen Podzkiewitz, in der bis heute verwendeten Schreibweise, ein Heiratseintrag aus Königsberg in Preußen, aus dem Jahre 1766. (1)

Der Name findet sich im gesamten altpreußischen Raum mit regional unterschiedlichsten Schreibweisen. So u.a. als: Poskewitz, Podschkewitz, Patzkewitz, Patschkewitz, Paetzkiewitz, Podschewitz, Poschkewitz, Pozkewitz, Potzkiewitz, Potskewitsch, Poczkiewitz, Podzkewicz, Poszkewicz, etc., in litauisch-sprachigen Gemeinden auch mit der Endung -kelis (hier z.B. Poszkelis), in eher polnischsprachigen Gebieten mit -wicz, am Ende. Oft genug handelt es sich trotz unterschiedlicher Schreibweise um die selben Personen, bzw. Familien, was die Familienforschung nicht gerade einfacher macht.


Ca. 1935: Podzkiewitz vor ihrer gepachteten Ziegelei zwischen Kreuzborn und Jürgenau im Kreis Lyck (2)

1890 bis 1945

Von etwa 1890 bis 1945 lebte der überwiegende Teil der Familie des Autors im Kreis Lyck. Neben der Stadt Lyck gab es Wohnsitze in verschiedenen Dörfern des Landkreises, sowie im Nachbarkreis Treuburg/Oletzko. Die meisten männlichen Verwandten gingen zu dieser Zeit dem Beruf des Zieglers nach. Alle dort zu dieser Zeit lebenden Podzkiewitz gehörten zur gleichen Familie. Wenn Sie also einen Vorfahren mit dem Namen Podzkiewitz haben sollten, der zwischen 1890 und 1945 im Kreis Lyck lebte, oder dort geboren wurde, dann sind Sie direkt mit dem Autor dieser Zeilen verwandt. Die Familienforschung im Kreis Lyck stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Mehrzahl der Standesamtsregister und Kirchenbücher aus den Jahren 1874-1945 in den Kriegswirren 1945 vernichtet wurden. Trotzdem ist es gelungen, umfangreiche Informationen zur Familiengeschichte zusammenzutragen. Von ca. 90% der zu dieser Zeit lebenden Podzkiewitz sind mittlerweile die Geburtsdaten und -Orte sowie die Familienzusammensetzung bekannt.


Der Anfang meiner Familienforschung, eine vergilbte Kopie der Heiratsurkunde meines Ur-Großvaters Gustav Podzkiewitz mit Anna Franziska Artmann (2)

Erhalten geblieben sind z.B. Einwohnerverzeichnisse und Telefonbücher aus verschiedenen Jahrgängen. Im Einwohnerverzeichnis des Kreises Lyck aus dem Jahre 1938, finden wir einige Podzkiewitz.

Podzkiewitz im Einwohnerverzeichnis Lyck von 1938:

Heinrich Podzkiewitz, Ziegler, Lyck, Morgenstraße 4
Herta Podzkewitz,  Hausangestellte, Lyck, Kaiser-Wilhelm-Str. 61
Walter Potzkiewitz, Arbeiter, Lyck, Hindenburgstr. 17
Fritz Potskewitz, Ziegler, Kallinowen7 (Dreimühlen)
Eduard Podzkewitz, Ziegler, Kolleschnicken (Jürgenau)
Wilhelm Potkiewitz sen., Rentner, Makoscheyen (Ehrenwalde)
Wilhelm Potkiewitz, Ziegler, Makoscheyen (Ehrenwalde)
(ohne Vorname) Podzkiwitz, Ziegler, Kryzewen (Kreuzborn)

1800 bis 1890


(3) Kirchenbuch Groß-Stürlack: Ein Jahr zuvor vom gleichen Pastor noch als Friedrich Paschkiwitz eingetragen, wird 1868 aus Friedrich plötzlich Fritz Potkewitz. Nur der Name der Ehefrau belegt, daß es "unser" Friedrich ist. Ob sein Sohn nun wirklich als "Fritz" (die Kurzform von Friedrich) durchs Leben gehen wird, oder uns irgendwann doch als Friedrich begegnet, bleibt vorerst unklar.

Aus den Jahren 1873 bis 1889 sind bisher keine belegbaren Informationen bekannt. Jedoch birgt die Zeit davor einige Daten, die ein Bild der zahlreichen Wanderungen der Podzkiewitz-Familie zeichnen. Als landlose Handwerker und Arbeiter waren Sie nie lange seßhaft, wie auch die folgenden Stationen aufzeigen sollen:

1872 Barten: Bestattung von Charlotte, Tochter v. Friedrich und Maria
1870 Rastenburg: Geburt von Charlotte, Tochter v. Friedrich und Maria
1870 Rößel: Friedrich liegt dort im Krankenhaus
1868 Mertenheim, Friedrichs Sohn Fritz wird geboren
1866 Adl. Stürlack, Gottliebs Sohn Gottlieb wird geboren
1864 Kamionken: Gustav, Sohn Friedrichs wird geboren
1863 Pilwe: August, Sohn der Regine P. wird geboren*
1863 Kamionken: Friedrich Podzkiewitz heiratet Anna Maria Cybulla
1861 Pilwe: Katharina, Tochter der Regine wird geboren*
1859 Deyguhnen: Maria, Tochter der Regine P. wird geboren*
1859-1863 Rosengarten: Friedrich u. Regine werden mehrfach als Taufpaten aufgeführt

1839-1858 keine Belege bekannt

1838 Schimonken: Gottlieb P., Sohn des Michael u. d. Anorte wird geboren
1834 Schimonken: Regine Podzkiewitz, Tochter von Carl u. Anorte wird geboren
1818 Schimonken Elsa Podzkiewitz stirbt mit unglaublichen 103 Jahren
1816 Schimonken: Johann Podzkiewitz, Sohn des Andreas wird geboren

1800-1815 keine Belege bekannt
 
* = Regines bisher bekannte Kinder sterben noch in den ersten zwei Lebensjahren


Wohn-, Arbeits-, Geburts- und Sterbeorte der Familie Podzkiewitz von 1830-1945, nach Belegen aus Kirchenbüchern und historischen Verzeichnissen (2)

Vor 1800

Doch was lag davor? Woher kamen "unsere" Podzkiewitz, die in Schimonken im Kreis Sensburg auftauchten und wo ab dann wenigstens ein Teil der Familiengeschichte bis in die heutige Zeit durchgehend nachverfolgt werden konnte? Von vielen Personen fehlt nämlich nach ihrer oft nur einmaligen Erwähnung bei Geburt oder Hochzeit seitdem jede Spur. So kann man es durchaus als Glücksfall bezeichnen, daß sich trotz fehlender Bücher die Spur der Vorfahren zurückverfolgen lässt, zumindest über die letzten 200 Jahre, bis zu meinem Ur-Ur-Ur-Opa Michael Podzkiewitz und seiner Frau Anorte, die vermutlich um 1800 geboren wurden.

Es ist davon auszugehen, daß zu jener Zeit die Familie im Bereich des Kirchsspiels Rhein lebte. Entsprechende Vermerke in Kirchenbüchern, daß z.B. Friedrich aus "Orlen bei Gneist" stammt sowie der für seinen Vater Michael in einem Vermerk benannte Sterbeort Gneist, sowie weitere Funde aus den Jahren 1816 bis 1829 mit bisher noch nicht zugeordneten Personen gleichen Nachnamens, deuten darauf hin.

Welche Verbindungen zu den im 18.  und 19. Jahrhundert  in  einigen anderen Teilen Ostpreußens, vorrangig im Raum Königsberg Lötzen und Tilsit lebender Podzkiewitz sich mit weiteren Funden noch ergeben können, bleibt zukünftigen Forschungen vorbehalten.

Sollten Sie Hinweise auf Personen dieses Namens haben oder selbst den gleichen oder einen ähnlichen Nachnamen führen, würde ich mich freuen, wenn Sie mir schreiben an: manfred@podzkiewitz.net

Zum Seitenanfang Diese Seite drucken E-Mail an den Autor senden



Bildnachweise:
(1) Kirchenbuch Königsberg i. Pr., Staatsarchiv Allenstein, gemeinfrei
(2) Manfred Podzkiewitz
(3) Kirchenbuch Groß-Stürlack, Staatsarchiv Allenstein, gemeinfrei