Ahnenforschung in Ostpreußen

Sie sind hier > Ostpreußen > Ahnenforschung in Ostpreußen

Neben den kostenpflichtigen Angeboten von Ancestry (USA) und Archion (Deutschland), welche zwar eine große Auswahl an digitalisierten Kirchenbüchern vorhalten, die allerdings aufgrund verschiedener Umstände nicht immer zum gewünschten Erfolg führen, gibt es zahlreiche weitere Seiten, die einen kostenlosen Zugang zu ostpreußischen Kirchenbüchern und weiteren Daten aus Ostpreußen bieten. Weiter unten sollen diese hier kurz vorgestellt werden.

Noch zwei Tipps zur Recherche:

1. Auf abweichende Namensschreibung achten!

Denken Sie immer daran, je älter eine Chronik, umso wahrscheinlicher ist es, dass ein Familiename in mitunter stark variierenden Schreibweisen auftauchen kann.  Denn aufgeschrieben wurde damals vielfach nach Gehör und trotz Schulpflicht, konnten selbst im 19. Jahrhundert noch viele Menschen nicht einmal ihren eigenen Namen schreiben.

Der nachfolgende Fund aus dem Kirchenbuch Groß-Stürlack soll so eine Abweichung deutlich machen. Hieß es 1867 noch Friedrich Paschkiwitz, so wurde aus ihm nur ein Jahr später Fritz Potkewitz, niedergeschrieben im gleichen Buch.


1867 noch Friedrich Paschkiwitz (1)



1868 wurde daraus Fritz Potkewitz (1)

2. Die damalige Mobilität nicht unterschätzen!

Aus heutiger Sicht denken wir, daß die Menschen früher weniger mobil waren. Doch sofern ihr Vorfahr weder Gutsbesitzer noch Landwirt auf eigener Scholle oder Kaufmann mit eigenem Geschäft war, ist es ziemlich wahrscheinlich, daß er häufig umgezogen ist, immer dorthin - wo es für ihn Arbeit gab. Der oben in den Kirchenbuchauszügen aufgeführte Friedrich tat dies innerhalb von 10 Jahren gleich 5 mal, so daß  insgesamt 5 Kirchenbücher verschiedener Gemeinden durchzusehen waren, um alle Einträge dieser Jahre zu finden.

Doch nun zu den Archiven.



Das Staatsarchiv Allenstein

Einen der umfangreichsten Bestände ostpreußischer Kirchenbücher und Standesamtsunterlagen finden wir im Archiwum Państwowe w Olsztynie, dem Staatsarchiv in Allenstein. Viele davon wurden bereits der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und können direkt oder z.B. über die Seiten des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen (VFFOW) abgerufen werden. Der VFFOW hat bereits viele Unterlagen indexiert, so daß man vielfach nicht ganze Kirchenbücher durchsuchen muß sondern direkt nach Namen und Orten suchen kann.

Zur Suchmaske des Staatsarchives Allenstein (polnisch/deutsch)
Zum Namensindex des VFFOW (deutsch)
 


Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Als Verwahrstelle für Kirchenbücher ist das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz eher nicht bekannt, und trotzdem finden sich dort Bücher, die man anderswo vergeblich sucht. So kann man dort zugangsfrei folgende Kirchenbücher aus den Jahren 1800 bis 1874 als Digitalisate einsehen: Aus der Stadt und dem Landkreis Königsberg in Preußen sowie aus den Kirchspielen des Landkreises Fischhausen.

Zur Übersicht der ostpreußischen Kirchenbücher



Martin-Opitz-Bibliothek

Die Martin-Opitz-Bibliothek ist die Hauptverwahrstätte für Literatur aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und weiteren Orten der deutschen Ostsiedlung. Neben Aufzeichnungen von Schlesien bis hinauf in die heute estnische Hansestadt Narwa, finden sich dort auch die sog. Hipplerschen Kirchenbücher aus dem Ermland, die Abschriften originaler Kirchenbücher, sprich Heiraten, Taufen und Sterbefälle für verschiedene Gemeinden über den Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert beinhalten. Weiterhin finden sich dort Adreßbücher verschiedener Städte aus dem 19. und 20. Jahrhundert, so u.a. aus Königsberg, Elbing, Allenstein, Insterburg, Braunsberg und Lyck.

Zur Übersicht der dort verfügbaren ermländischen Kirchenbücher
Zur Übersicht der dort verfügbaren Adreßbücher



Gräbersuche beim Volksbund


Der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. ist die erste Anlaufstelle für Informationen über Kriegstote, die als Soldaten im 1. oder 2. Weltkrieg gefallen sind. Eine umfangreiche Suchfunktion bietet Zugang zu allen erfassten Militärangehörigen, oft mit Geburtsdatum/-Ort bzw. letztem Wohnort, Sterbedatum, Ort und dem Truppenteil. Der Datenbestand beinhaltet über 4,8 Millionen Personen.

Zur Gräbersuche:
https://www.volksbund.de/erinnern-gedenken/graebersuche-online




Polnische genealogische Gesellschaft

Auch die polnische genealogische Gesellschaft führt eine umfangreiche kostenfrei durchsuchbare Datenbank mit zahlreichen Kirchenbüchern und diversen Standesamtsunterlagen, aus vielen Regionen, die früher oder heute zum polnischen Staat gehörten. Darunter befinden sich auch zahlreiche Daten aus Ortschaften in Ostpreußen. Wählen Sie hier die Region "Warminsko-Mazurski" an, um zu den Unterlagen aus Ostpreußen zu gelangen.

Zur Datenbank: https://geneteka.genealodzy.pl



Ortsfamilienbuch Memelland

Ein umfangreiche Datenbank mit 170.000 Familien und über 500.000 Personen ist das sog. Ortsfamilienbuch Memelland. Es umfasst die nördlich des Memel-Flusses gelegenen Kreise Memel, Heydekrug und Pogegen, welche heute zu Litauen gehören.

Zum Ortsfamilienbuch: https://www.online-ofb.de/


Zum Seitenanfang Diese Seite drucken E-Mail an den Autor senden



Bildnachweise:
(1) Staatsarchiv Allenstein, gemeinfrei