manfred podzkiewitz
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Ostpreußen > Die Lycker Kleinbahn


Ein besonderes Kleinod für Eisenbahnfreunde findet sich in der masurischen Kreisstadt Lyck, dem heutigen Elk. Direkt hinter dem Bahnhof der polnischen Eisenbahnen PKP, liegt der Bahnhof Elk Waskotorowa - der Kleinbahnhof. Hier beginnt die Strecke der ehemaligen Lycker Kleinbahn Aktiengesellschaft, die uns heute als Elcka Kolej Waskotorowa (EKW) begegnet.


Kleinbahn bei Sypittken

Px48 im Kleinbahnmuseum

Die Strecke der schmalspurigen Kleinbahn führt über Klein-Lasken und teilt sich dort nach nach Grenzwacht (Sawadden) und Auersberg (Turowen). Heute ist nur noch eine Teilstrecke als Tourismusbahn in Betrieb. Die Streckenabschnitte Lyck -> Klein-Lasken -> Sawadden und Klein-Lasken -> Borschimmen wurden 1913 in Betrieb genommen. Die damalige Spurbreite betrug 1000 Milimeter. Der Weiterbau zu den Endpunkten Sawadden und Turowen verzögerte sich durch den Ersten Weltkrieg und die Besetzung dieses Teils Ostpreußens durch die Truppen des russischen Zaren. Nach Kriegsende und nachdem die Kriegsschäden beseitigt waren, wurde am 5. Oktober 1918 dann endlich die Gesamtstrecke bis Turowen in Betrieb genommen. Beide Endpunkte lagen nur knapp von der damaligen deutsch-polnischen Grenze entfernt. Die Gesamtstrecke Lyck -> Turowen (Auersberg) beträgt 37,8 km, der Abzweig Klein-Lasken -> Sawadden (Grenzwacht) 9,7 km.
 

Das ehemalige Streckennetz der Lycker Kleinbahn

Durch die Inbesitznahme dieses Teils Ostpreußens durch Polen im Jahre 1945, wechselte auch bei der Bahn der Besitzer. Die Bahn wurde den polnischen Staatsbahnen zugeschlagen. Durch den Wegfall der Grenze begann man 1948 mit Überlegungen die Bahn weiter nach Augustow zu führen. Ein Vorhaben, dass jedoch nie über das Projektstadium hinauskam. 1950-1952 wurde die Strecke auf 750 mm umgespurt. Den Betrieb stellten Lokomotiven der PKP-Baureihe Px48 sicher, die später von Lyd1-Dieselloks abgelöst wurden. In den 1990er Jahren erhielt die Bahn für den Personenverkehr in Rumänien entwickelte Triebwagen der Baureihe MBxd2. Auf der Lycker Kleinbahn ist der reguläre Personenverkehr seit Juni 2001 eingestellt, nachdem zuletzt nur noch ein Zugpaar zwischen Lyck und Grenzwacht (Zawady-Tworky) verkehrte, bzw ein Zugpaar von Lyck nach Dreimühlen (Kallinowo). Der Abschnitt Dreimühlen - Auersberg war bereits seit 1998 wegen einer maroden Brücke gesperrt. Die komplette Stillegung der seit 1992 unter Denkmalschutz stehenden Bahn war von der Staatsbahn PKP für September 2002 vorgesehen. Eine Abschiedsfahrt fand am 17. September 2002 statt.


Lokschuppen Bahnhof Lyck

Drehscheibe in Aktion

Die Stadt Elk (hier das Kultur- und Sportzentrum MOSIR) betreibt die Bahn seitdem als Touristikbahn weiter. Am heutigen Kleinahnhof, bietet ein kleines Museum einen interessanten Einblick in die Geschichte der Kleinbahn. Das heute alles so wunderbar erhalten ist, verdankt man dem Engagement der Gebrüder Sawczynski, die u.a. auch das Museum eingerichtet haben und Besucher durch die Bahnanlagen führen. Während der Sommermonate werden Sonderfahrten der EKW nach Sypittken (heute Sypitki) angeboten.

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